YouTube wird 10

von Maud Schlich

Es war einmal ein junger Mann, der 1979 in Merseburg geboren wurde und Anfang der 90er Jahre mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten emigrierte. Am 23. April 2005 hat dieser junge Mann namens Jawed Karim dann ein recht langweiliges 19 Sekunden langes Video über die Elefanten im Zoo von San Diego, Kalifornien gedreht. Warum dies trotzdem erwähnenswert ist? „Me at the zoo“ war das erste Video, das auf einer sehr speziellen Internetseite upgeloaded wurde und inzwischen mehr als 19 Millionen Zugriffe hatte. Dieser bestimmte Service hat jetzt seinen 10. Geburtstag und ist laut dem Internetbewerter Alexa inzwischen die drittmeist besuchteste Website überhaupt nach Google und Facebook. Die Rede ist von YouTube.

Die ehemaligen PayPal-Mitarbeiter Chad Hurley, Steven Chen und besagter Jawed Karim waren auf der Suche nach einer Geschäftsidee und ärgerten sich über das nicht vorhandene Angebot von selbstgemachten Videoclips. Ursprünglich geplant als Dating-Site mit dem Namen ‘Tune In, Look Up’, die allerdings keinen Erfolg brachte, kam ihnen letztendlich der Gedanke eine Plattform zu schaffen, auf der jeder selbstgemachte Videos hochladen und veröffentlichen kann. Ende 2005 waren es dann schon rund acht Millionen Videos, die neben dem - inzwischen Kultstatus erreichten - „Elefantenvideo“ zu sehen waren. Sei es das meistgesehenste Video „Gangnam“, das einen Südkoreanischen Rapper zu Weltruhm brachte, oder Bedienungsanleitungen, politische Reden, Musik- und vor allem Tiervideos; man landet immer bei YouTube auf dem rund eine Milliarde User inzwischen in jeder Minute 300 Stunden neue Videos erscheinen lassen. Das hat natürlich auch Google sehr früh erkannt und übernahm YouTube schon ein Jahr später für sage und schreibe runde 1,65 Milliarden Dollar. Profitiert haben davon in erster Linie die Geldgeber Sequoia Capital (ca. 800 Mio.), sowie Hurley (470 Mio.), Chen (326 Mio.) und natürlich Karim (64 Mio.).

Auf YouTube werden jetzt ganze TV Shows gezeigt, Musiker veröffentlichen ihre neuesten Songs und große Anzeigenkampagnen werden geschaltet, weil man sich hier sicher sein kann, ein großes weltweites Publikum zu erreichen.


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