Radio Button Test

von Maud Schlich

"So ein Quatsch!" höre ich häufig, wenn ich Äquivalenzklassen vorstelle und sage, dass man das auch dann anwenden soll, wenn es scheinbar unsinnig ist.

Testen wollte ich eigentlich nicht, sondern nur einen Virenscanner-Vertrag übers Internet verlängern. Im Hintergrund habe ich gerade eine aufwändige und den Rechner sowie das Web verlangsamende Transaktion laufen, die rund 15 Minuten benötigt. Zeit, mal eben schnell die Antiviren-Lizenz zu verlängern, die in den nächsten Tagen abläuft. Dachte ich.

Wie mittlerweile wegen der geänderten EU-Rechte häufig der Fall, muss auch bei dieser Web-Anwendung zwischen einem Privatkunden und einem Geschäftskunden unterschieden werden und daher gibt es einen Radio-Button mit dem man das auswählen kann und der im ersten Schritt lediglich Firmenname zusätzlich einblendet und erst in den darauffolgenden Schritten weitere wesentliche Unterschiede macht (Umsatzsteuer-ID-Abfrage, Widerrufsrecht, ...)

Aufgrund meines langsamen Rechners habe ich die Anzeige dieses RadioButtons früh gesehen und auch wenn diese merkwürdigerweise nur in der rechten unteren Ecke zu sehen war, doch gleich Geschäftskunde angeklickt.

In einer Äquivalenzklassenanalyse würden Sie problemlos folgendes ermitteln:

ECG1: Privatkunde

ECG2: Geschäftskunde

ECU1: keine Auswahl

ECU2: Privatkunde und Geschäftskunde ausgewählt

Und die meisten meiner Teilnehmenden an Workshops sagen jetzt, dass sie

ECG1 und ECG2 natürlich in jeweils einem Testfall testen werden, aber weder ECU1 noch ECU2 testen können und auch nicht sinnvoll finden. Schließlich ist das ja programmtechnisch grundsätzlich ausgeschlossen, oder?

Der kleinere Teil der Teilnehmenden meint, dass ECG1 sinnvoll testbar ist, weil ein Initialwert ja nicht gegeben sein könnte und dasmit nichts tatsächlich eine Möglichkeit beim ersten Aufruf sein könnte.

Und hier ist der Beweis, auch ECU2 kommt vor:

tl_files/img/Blog-Illustrationen/RadioBoxFehler.PNG

 

Und nein, das ist nicht durch Bildbearbeitung enstanden Zwinkernd

Was haben Sie in dieser Hinsicht erlebt? Ich bin neugierig auf Ihre Erfahrungen - bitte diskutieren Sie mit mir über die Kommentarfunktion.

P.S.: Und falls Sie sich ertappt fühlen, weil Sie zu dem besagten Unternehmen gehören: ich habe an Ihren Support auch eine ausführliche Email dazu geschrieben...

 


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