Dr. Hans-Peter Korn und die vier "wirklich" agilitätsfördernden Fragen beim Daily Scrum

von Maud Schlich

Dr. Hans-Peter Korn und die vier "wirklich" agilitätsfördernden Fragen beim Daily Scrum

Dr. Hans-Peter Korn ist Eigentümer und Geschäftsführer der schweizerischen KORN AG, die Lösungen für Kreatives Training, Mentoring & Coaching für agiles Management, sowie Leadership und Teamwork anbietet.

Er hat auf XING einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht und uns die Nutzung im Blog erlaubt, darin berichtet er über die vier "wirklich" agilitätsfördernden Fragen beim Daily Scrum.

Dr. Korns Beobachtung ist, daβ diese üblicherweise zu einem "Statusreport" der einzelnen Teammitglieder führen - allerdings auch gerne zu einem "Problemgejammer".

Die folgende Modifikationen haben sich nach seinen Erfahrungen bewährt, wenn im GANZEN Team (nicht reihum von den einzelnen Teammitgliedern) vor dem Sprint-Taskboard stehend das BESPROCHEN (und nicht "berichtet") wird:

  • 1a
    WAS … mit Blick auf das >>SprintGoal<< … haben WIR beim OBERSTEN noch unerledigten Item des Sprint-Taskboards FÜR DRITTE SICHTBAR erreicht?
  • 1b
    WAS... haben wir dabei erkannt / gelernt? Was hat uns vor allem dabei geholfen?
  • 2a
    WAS … mit Blick auf das >>SprintGoal<< wollen WIR beim OBERSTEN noch unerledigten Item des Sprint-Taskboards FÜR DRITTE SICHTBAR bis Morgen erreichen?
  • 2b
    WAS … vor allem macht uns zuversichlich, dass wir das erreichen können?
  • 2c
    WAS... brauchen wir gegenüber dem, was wir bereits haben, zusätzlich oder anders um das zu erreichen? Wie "organisieren" wir UNS das?

Die Fragen 1a bis 2c werden danach für das ZWEIT-OBERSTE noch unerledigte Item des Sprint-Taskboards angewendet. ... usw ...

Mit dieser Art von Fragen wird erreicht, daβ:

  • der Fokus auf dem Sprintziel liegt und nicht auf dem "blinden Abarbeiten" einzelner Stories / Tasks
  • die Items/Stories (und deren Detailtasks) als Ganze in der Prioritätsreihenfolge behandelt werden
  • konkret beobachtbare Resultate, keine "Vorgehenserzählungen" besprochen werden
  • daher nach max. 15 Minuten problemlos abgebrochen werden kann - weil dann allenfalls nur noch tief priorisierte Stories/Items unbesprochen bleiben, deren weitere Bearbeitung dann besser auch gestoppt werden sollte
  • die Arbeit als TEAMarbeit besprochen wird, nicht als Ansammlung der Arbeit einzelner Personen
  • mit Frage 1b das kontinuierliche LERNEN gefördert wird
  • mit Frage 2d die RESSOURCEN bewusst gemacht und damit die ZUVERSICHT gestärkt wird (weg von der Problem- und Impediment-Sicht hin zur Lösungssicht)
  • mit Frage 2c kein "Jammern über Impediments" und kein "Wegdelegieren an - vor allem - dem Scrum Master" ausgelöst wird sondern das Formulieren konkreter Verbesserungen und deren selbstkompetente Erreichung durch das Team.

Natürlich hat der Scrum Master beim Daily auch die Aufgabe zu beobachten, ob alle zu Wort gekommen sind und kann dann auch gezielt nachfragen. Ihm stehen dafür ja alle bekannten Mittel der Moderation von Teamgesprächen zur Verfügung.


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