Lesetechniken in Reviews – Reading by stepwise refinement

von Maud Schlich

Lesetechniken in Reviews

Reading by stepwise refinement

Eine weitere Lesetechnik ist das „Reading by stepwise abstraction“, die nur für abstrahierbare Dokumente anwendbar ist, wozu i.A. Designdokumente [Parnas, Weiss 1985], [Parnas, Weiss 1987] und Codedokumente [Fagan 1976], [Dyer 1992], [Dyer 1992a], [Linger, Mills, Witt 1979] zählen, nicht aber die in diesem Bericht betrachteten Anforderungsdokumente.

Grundsatz der Lesetechnik ist die Analyse des Reviewobjektes derart, dass erst der grobe Kontext erschlossen wird und dann zunehmend verfeinert wird.

Beispiel für objektorientierten Code als Reviewobjekt

  • Was soll der gesamte Code leisten? (Begutachtung der Programmköpfe, der Änderungshistorien, Überfliegen der gesamten Codezeilen
  • Was macht diese eine Datei? (Analyse der Änderungshistorie und Feststellen, welche Klassen enthalten sind.
  • Was macht jede einzelne Klasse? (Analyse der Kommentare zur Klasse und der Methodennamen)
  • Was macht jede einzelne Methode? (Analyse der Kommentare in der Methode)
  • Was macht jede einzelne Codezeile? (Analyse der Codezeilen einer Methode)

Diese Lesetechnik ist sehr intensiv, die Wahrscheinlichkeit Befunde bezüglich Korrektheit, Funktionalität und Wartbarkeit zu entdecken ist sehr hoch. Ein Vergleich mit einer Modulspezifikation erhöht die Gründlichkeit des Reviews. Bei der Anwendung dieser Lesetechnik in Cleanroom Projekten [Linger, Mills, Witt 1979] hat sich gezeigt, dass sowohl Überdeckung als auch Überlappung hoch sind.

Meiner Erfahrung nach lohnt sich diese Technik besonders dann, wenn Wartbarkeit ein wichtiges Qualitätskriterium ist. Dann kann sie neben anderen Lesetechniken für genau einen Gutachter sehr effizient sein. Führen mehrere Gutachter diese Lesetechnik auf die genau gleichen Reviewobjekte aus, dann ist die Überlappung oft hoch.


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